Technische Details

Technische Infos zum Umstieg auf Linux

Wir verwenden aktuell diese Linux-Distribution:

Linux Mint Cinnamon Edition
(64 bit, für aktuelle Rechner, bis ca. 10-15 Jahre alt)
Projektseite der Distribution mit Downloads

Hier finden Sie Infos darüber, ob dein Gerät problemlos mit Linux läuft:
www.linux-hardware.org (englischsprachig)

Hier finden Sie Infos darüber, wieviel Arbeitsspeicher (RAM) dein Gerät mit Linux verwenden kann. Nachschauen lohnt sich, denn das kann deutlich mehr sein als mit dem bisher installierten Betriebssystem oder vom Hersteller angegeben!
www.compuram.de
www.speicher.de

Do It Yourself

Nach unserer Erfahrung lässt sich das aktuelle Linux Mint auf ungefähr 80% aller Rechner / Notebooks / Computer / Laptops problemlos von einem USB-Stick installieren und läuft danach ohne individuelle Anpassungen oder weitere Nacharbeiten „out of the box“.

Ob das für andere Linux-Distributionen ebenso gilt wissen wir nicht, deshalb beziehen wir uns an dieser Stelle nur auf Linux Mint.

Es spricht also nichts dagegen, dass Sie sich von der oben angegebenen Projektseite die Installations-Datei herunterlädst und damit einen bootfähigen USB-Stick erzeugst und loslegst!

Um dir Frust und Fehlversuche zu ersparen sollten Sie allerdings vorab dafür sorgen, dass dein Rechner einige Grundvoraussetzungen erfüllt.

Als Erstes sollten Sie herausfinden, was für ein Prozessor (CPU) in deinem Rechner verbaut ist: PCs und Notebooks jeden Alters mit einem Prozessor von Intel oder AMD laufen üblicherweise problemlos unter Linux, ebenso „mittelalte“ Apple-Geräte mit Intel-Prozessor. Alte Apple-Geräte mit Motorola-Power-PC-Prozessor sind schwieriger, aber oft machbar. Neue Apple-Geräte mit Apple-Silicon-Prozessor sind (noch) problematisch, da diese Prozessorarchitektur noch kaum unterstützt wird. Geräte mit einem ARM-Prozessor (vor allem Tablets oder Convertibles wie z.B. manche Microsoft-Surface-Modelle) sind grundsätzlich problematisch und oft unmöglich unter Linux zu betreiben, ausser sie sind von vornherein ausdrücklich dafür vorgesehen (Ein-Platinen-Rechner wie z.B. RaspberryPi). Informationen zum Prozessor eines Computers finden Sie entweder in den Systeminformationen des aktuell laufenden Betriebssystems oder im Netz, einfach nach der exakten Modellnummer und „Prozessor“ suchen.

Wenn Sie denken, dass der Prozessor deines Rechners für eine Do-It-Yourself-Installation in Frage kommt, dann müssen Sie als Nächstes einige Einstellungen im BIOS (Basic Input Output System) deines Rechners überprüfen und eventuell anpassen. Das BIOS ist ein kleiner, fest einprogrammierter Bereich auf dem Rechner, in dem einige grundlegende Verhaltensweisen des Rechners festgelegt sind und der direkt nach dem Anschalten abgearbeitet wird – noch vor dem Booten des Betriebssystems. Die Information mit welcher Tastenkombination Sie dort hinkommen müssen Sie im Netz suchen, da der Weg bei jedem Mainboard- oder Notebook-Hersteller und teilweise sogar von Modell zu Modell etwas unterschiedlich ist. Einfach die Suchmaschine deiner Wahl nach „BIOS [ exaktes Rechner- /Mainboard-Modell ] key combination“ fragen.

Wenn Sie mithilfe der richtigen Tastenkombination das BIOS „betreten“ hast, schau dich erstmal in Ruhe um: es ist textbasiert, meistens sehr nüchtern gehalten und hat eine klassische Menüstruktur in der Sie nur mit der Tastatur navigieren. Die möglichen Aktionen und die Funktionen der einzelnen Tasten sind direkt auf jeder Menüseite aufgelistet. Es ist immer englischsprachig.
Achtung: Da noch kein Betriebssystem gestartet ist gilt für die Navigation im BIOS grundsätzlich die amerikanische Tastaturbelegung, das bedeutet, dass z.B. Plus- und Minus-Taste nicht an der selben Stelle sind wie gewohnt!
Neuere BIOS-Varianten haben teilweise eine grafische Oberfläche und unterstützen auch Mausaktionen. Alle Änderungen die Sie im BIOS vornehmen werden erst übernommen, wenn Sie das BIOS mit der Option „Save and Exit“ („Speichern und Beenden“) oder ähnlich wieder verlassen. Wenn Sie nicht bewusst etwas an den Einstellungen ändern möchten, sollten Sie beim Verlassen des BIOS deshalb immer die Option „Exit and discard changes“ („Beenden und Änderungen verwerfen“) oder ähnlich wählen um sicherzugehen, dass Sie nicht versehentlich und unbemerkt irgendeine Änderung vornehmen.

Änderungen in den BIOS-Einstellungen können zwar die Hardware nicht beschädigen, sie können aber sehr wohl dafür sorgen, dass ein installiertes Betriebssystem nicht mehr bootbar ist und auf vorhandene Daten nicht mehr zugegriffen werden kann!

Stellen Sie deshalb sicher – und zwar bevor Sie die unten beschriebenen Änderungen am Rechner oder im BIOS vornehmen – dass die auf dem betreffenden Rechner vorhandenen Daten gesichert sind (und dass die Sicherung / das Backup / das installierte Betriebssystem auch tatsächlich wiederhergestellt werden kann!) oder dass es kein Problem ist, wenn die auf dem Rechner vorhandenen Daten und die installierten Betriebssysteme verloren gehen.
Kein Backup, kein Mitleid!

So können Sie vorgehen:

  1. Stelle sicher, dass die auf dem betreffenden Rechner vorhandenen Daten gesichert sind (und dass die Sicherung / das Backup / das installierte Betriebssystem auch tatsächlich wiederhergestellt werden kann!) oder dass es kein Problem ist wenn die auf dem Rechner vorhandenen Daten und die installierten Betriebssysteme verloren gehen, bevor Sie Änderungen am Rechner oder im BIOS vornehmen.
  2. Falls im Rechner mehrere Festplatten verbaut sind, dann sollten Sie alle entfernen bzw. zeitweise ausstecken auf die Sie NICHT installieren wollen. Sie können diese nach erfolgreicher Installation wieder ans System anschließen, Linux wird sie problemlos erkennen und einbinden.
  3. Entferne alle Peripheriegeräte außer Tastatur, Maus und Bildschirm und alle Steckkarten / Erweiterungskarten außer der Grafikkarte.
  4. Benutze Tastatur und Maus mit Kabel (USB), keine mit Bluetooth / Funk.
  5. Gehe nun ins BIOS des Rechners und überprüfe, ob dort irgendwelche Passwörter gesetzt sind. Wenn nicht – wunderbar. Wenn ja, und Sie kennen sie – alles gut. Wenn welche gesetzt sind und Sie sie nicht kennen, dann können Sie wahrscheinlich nicht alle der nötigen und/oder empfohlenen Änderungen umsetzen und die Chancen auf eine erfolgreiche Linux-Installation sinken.
  6. Überprüfe im BIOS, ob der Rechner für das Booten von einem USB-Laufwerk eingerichtet ist. Falls nicht, dann müssen Sie diese Option aktivieren.
  7. Setze für die Installation USB-Laufwerke und optisches Laufwerk an den Anfang der Bootreihenfolge, vor HDD (interne Festplatte). Nach erfolgreicher Installation können Sie das wieder ändern, wenn Sie möchten.
  8. Die Option „Secure Boot“ sollten Sie in jedem Fall deaktivieren. (ACHTUNG: nach einer Änderung dieser Einstellung sind eventuell installierte Betriebssysteme nicht mehr bootbar!)
  9. Als Boot-Modus sollte entweder „BIOS“, „Legacy“ oder „UEFI and Legacy“ eingestellt sein. Die Einstellung „UEFI“ oder „EFI Boot“ ist nicht zu empfehlen. (ACHTUNG: nach einer Änderung dieser Einstellung sind eventuell installierte Betriebssysteme nicht mehr bootbar!)
  10. Falls das BIOS anbietet, eine Priorität für „EFI/UEFI Boot“ und „BIOS/Legacy Boot“ auszuwählen, wähle „BIOS/Legacy Boot“ als erste Priorität.
  11. Falls möglich deaktivieren Sie auch Einträge die „TPM“ (Trusted Platform Module) betreffen. (ACHTUNG: nach einer Änderung dieser Einstellung sind eventuell installierte Betriebssysteme nicht mehr bootbar!)
  12. Die erwähnten Einstellungsoptionen sind – je nach BIOS-Typ – teilweise logisch voneinander abhängig, es ist also möglich dass sie nur in einer anderen Reihenfolge geändert werden können als hier angegeben.
  13. Verlasse das BIOS und speichere dabei deine Änderungen mit der Option „Save and Exit“ oder ähnlich.
  14. Starte den Rechner neu, gehe wieder ins BIOS und setze es auf die Werkseinstellungen zurück (Option „default configuration“ oder ähnlich).
  15. Starte den Rechner nochmal neu, gehe wieder ins BIOS und überprüfe, ob alle Änderungen aus den Punkten 5. bis 11. das Zurücksetzen überstanden haben. Falls nicht müssen Sie die entsprechenden Einstellungen nochmal ändern.
  16. Verlassen Sie das BIOS und speicheren dabei Ihre Änderungen mit der Option „Save and Exit“ oder ähnlich.
  17. Nun sollte Ihr Rechner von dem eingesteckten, bootfähigen USB-Stick in ein Linux-Livesystem booten können, aus dem Sie dann die Installation auf die Festplatte starten.
  18. Für die Installation von Linux Mint können Sie diesem Guide folgen.

Falls Sie sich danach nicht über einen funktionierenden Linux-Rechner freuen können, dann gehört Ihr Rechner leider zu den „nicht-so-einfachen“ 20% und Sie beide sind beim nächsten Linux-Café herzlich willkommen!